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Anzinger Cowboys siegen in Flensburg

- Drei Anzinger Rock´n´Roll-Formationen qualifizieren sich für WM in Prag -

Flensburg, 4.4.09. Die Weltmeister vom SV Anzing, das Rock´n´Roll-DreamTeam, setzen ihre Erfolgsstory fort. Mit ihrem neuen Programm "DreamTeam-Rodeo" holten sie sich bei der Norddeutschen Meisterschaft der Formationen in Flensburg mit 5 mal der Note 1 ganz klar den 1. Platz und die Begeisterungsstürme des Publikums. Die zweite Mannschaft im DreamTeam, die Dream Stars, zeigten eine fehlerfreie Leistung im Finale, erhielten dafür aber leider nur den 5. Platz. Die Überraschung schlechthin war aber der Einzug der Anzinger Eyecatchers in Finale der besten sieben Formationen bei ihrem ersten Start in der Masterklasse für Erwachsene. Alle drei Anzinger Master-Formationen wurden für die WM am 23.5. in Prag nominiert. Dafür gab es enttäuschte Gesichter bei den beiden Anzinger Schülerformationen "Wild 16" und "Rockers Club": Trotz guter Leistung scheiterte der Rockers Club mit einem 7. Platz hauchdünn am Finale der besten sechs, die Wild 16 schafften zwar die Finalrunde, mussten sich aber dort mit Platz 6 begnügen.

Die Reise nach Flensburg begann mit einer Tortur: 15 Stunden brauchten die beiden Busse mit den 5 Anzinger Teams am Freitag für die knapp 1000 km lange Strecke, bei der Ankunft am späten Abend war die rund 100-köpfige Anzinger Delegation entsprechend müde und geschafft. Davon war aber am Turniertag nichts mehr zu spüren. alle Teams absolvierten leicht und locker ihre Stellproben, von den mitgereisten Fans bereits frenetisch angefeuert. Danach galt es sowohl in der Schüler- als auch in der Erwachsenenklasse (Masterklasse) eine Vorrunde zu überstehen. Beide Anzinger Schülerteams legten sich mächtig ins Zeug und präsentierten jeweils eine souveräne Kür. Der Rockers Club zeigte dabei eine neue Choreografie, die erst kürzlich fertiggestellt wurde. Davon war aber auf der Tanzfläche nichts zu bemerken: Die 6 Paare tanzten so synchron, als ob sie das Programm schon seit über einem Jahr einstudiert hätten. Umso größer war dann die Enttäuschung der Mannschaft und der Trainer Miriam Kaser und Christopher Möhring, als sie hörten, dass sie den Einzug ins Finale knapp - um einen Platz - verpasst hatten. Mehr Glück hatten die Wild 16, denen mit einer ausdrucksstarken und spritzigen Leistung der Finaleinzug gelang.

Bei den Erwachsenen standen aus Anzinger Sicht zwei wichtige Fragen im Vordergrund: Wie würde die neue Choreografie des Anzinger Weltmeister-Teams unter dem Motto "Rodeo" bei Jury und Publikum ankommen und würde es gelingen, eine weitere Fahrkarte neben den bereits qualifizierten Titelverteidigern für die WM am 23.5. in Prag zu bekommen. Beide Fragen wurden am Samstag in Flensburg mit einem eindeutigen "JA" mit mehreren Ausrufungszeichen beantwortet. Bereits in der Vorrunde schlug die Anzinger Neuproduktion mit 6 Cowboys und 6 Cowgirls beim Rodeo wie eine Bombe ein - viele Zuschauer vergaßen schlicht weg mitzuklatschen, so fasziniert waren sie von dem Vortrag, einer gelungenen Mischung aus Höchstleistungsakrobatik, tänzerischer Wucht und Showtime mit vielen Prisen Humor. Einzug ins Finale? Keine Frage - nur eigene Fehler konnten das RR DreamTeam noch stoppen. Auch die Dream Stars hatten sich für Flensburg viel vorgenommen, sie wollten mit nach Prag. Vielleicht waren sie deshalb in der Vorrunde ein kleines Stück übermotiviert und daher schlichen sich zwei kleine Fehler ein. Aber auch bei ihnen stand der Einzug ins Finale eigentlich außer Frage, bei ihrem letzten Start in Flensburg im Oktober 2008 hatte es schließlich zu Platz 4 gereicht. Die neu formierte dritte Anzinger Masterformation "Eyecatchers" hatte dagegen niemand auf der Rechnung: Zuletzt noch in der Jugendklasse gestartet und dann schnell einige Akrobatikelemente erlernt, um bei den Erwachsenen starten zu können, dies alles gelang Trainer Markus Fischer und seiner Assistentin Anja Kaumanns so gut, dass die Eyecatchers als dritte Anzinger Mannschaft den Finaleinzug schafften.

Im Finale der Schülerformationen versuchten die Wild 16 alles, um ihre derzeit gute Form in entsprechende Ergebnisse umzusetzen. Die schwierige Choreografie von Trainerin Tini Jana-Obermeier setzten die 5 Tanzpaare sicher und ausdrucksstark auf der Tanzfläche um, das urlaubsbedingte Fehlen des sechsten Tanzpaares wurde bestens kompensiert. Leider waren sich die Wertungsrichter mit ihrer Benotung nicht sehr einig: Mit den Noten 3 - 4 - 5 - 6 - 6 erreichten die Wild 16 daher nur den 6. Platz, die Viertplazierten aus Iserlohn erhielten die Noten 3 - 4 - 5 - 5 - 6 und die Fünftplazierten aus Eckernförde 4 - 4 - 5 - 5 - 6. Hauchdünne Unterschiede, die zu Tränen auf der einen bzw. zu Freude auf der anderen Seite führten.

Auch die Finalrunde bei den Erwachsenen hatte einiges an Dramatik zu bieten, allerdings unsichtbar für die Zuschauer. Michaela Dengler von den Dream Stars stürzte beim Warmtanzen bei einer akrobatischen Figur schwer und es schien zunächst so, als sei das Finale für die Mannschaft damit vorzeitig erledigt. Aber die unbändige Willenskraft der Tänzerin und die Behandlungskunst des DreamTeam-Physiotherapeuthen Franz Jehl machten das scheinbar Unmögliche doch noch möglich: Rechtzeitig zu Rundenbeginn um 19:02 Uhr waren die Dream Stars wieder einsatzklar und absolvierten ihre Finalrunde fehlerlos als ob nicht geschehen wäre. Michaela Dengler verließ die Tanzfläche sogar mit einem Lächeln... Diese gute Leistung hätte vielleicht einen besseren Platz als den fünften Rang verdient gehabt. Auch die Eyecatchers tanzten ihr Finale so cool wie die Vorrunde und wurden siebter in einem hochklassigen Feld.

Der Höhepunkt der gesamten Veranstaltung war aber dann der Finaldurchgang des Rock´n´Roll DreamTeams. Die ganze Halle schien darauf zu warten, endlich das wieder zu sehen, wovon sie in der Vorrunde schon überwältigt worden waren. Angeführt vom Trainer-Duo Tini und Robert Obermeier, der ausgestattet mit langem Staubmantel, Westernhut und Sporen für die evtl. noch notwendige Einschüchterung des Publikums sorgte, betraten die Rodeoreiter und -reiterinnen die Tanzfläche und nach den ersten harten Taktschlägen der Musik war allen klar: Hier tanzt der amtierende Weltmeister, dem es gelungen ist, mit seinem neuen Programm das vorherige sogar noch zu übertreffen. Große Freude dann bei der Siegerehrung als verkündet wurde, dass alle drei Anzinger Masterformationen für die WM nominiert wurden.