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Anzing holt 7. Deutsche Meisterschaft

- Auch die Anzinger Tanzjugend trumpft groß auf -

Hameln: Ein sehr erfolgreiches Wochenende konnte die Tanzsportabteilung Terpsy on the Rocks im SV Anzing bei der Deutschen Meisterschaft der Rock´n´Roll-Formationen in Hameln verbuchen. Das Aushängeschild des SVA, das Rock´n´Roll DreamTeam, ertanzte sich den 3. Deutschen Meistertitel in Folge in der Masterklasse. Damit hat der SV Anzing seit 2001 sieben mal den Deutschen Titel bei den Erwachsenen errungen. Bei den Schülern erreichten die Anzinger mit einem 4. und einem 6. Platz das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte. Nie war die Leistungsdichte über alle Klassen hinweg bei den Anzinger Tänzern so hoch wie bei dieser DM. Tragische Helden der DM waren die Tänzer der zweiten Anzinger Masterformation "Dream Stars". Sie hatten beste Chancen auf einen Treppchenplatz wurden aber wegen eines Regelverstoßes beim Mindestalter der Tänzer mit hohen Punktabzügen bestraft, so dass sie im Finale nur den 7. Platz erhielten.

Insgesamt rd. 130 Anzinger Tänzer und Fans hatten sich am Freitag mit 2 Bussen und Autos auf die Reise nach Hameln gemacht. Dort waren knapp 70 Mannschaften aus ganz Deutschland zur DM gemeldet, 5 davon aus Anzing. Der SVA brachte in der Masterklasse drei und in der Schülerklasse zwei Mannschaften an den Start. Die hohe Zahl von Teilnehmern stellte den Veranstalter vor erhebliche Probleme. In der eigentlichen Veranstaltungshalle, der Rattenfängerhalle, gab es zu wenige Umkleide- und Eintanzmöglichkeiten, so dass die Teilnehmer weiträumig über diverse Schulen in der Hamelner Innenstadt verteilt wurden. Für die Anzinger sollte es die DM der weiten Wege werden, denn ihr Quartier befand sich 15 Gehminuten vom Veranstaltungsort entfernt. Das stellte das Trainerteam vor erhebliche Probleme, zum einen weil der Zeitplan für die diversen Klassen sehr eng gesteckt war und zum anderen weil es nicht gerade gesundheitsförderlich ist, wenn erhitzte Sportler durch die Stadt laufen müssen. Bereits bei den Stellproben am Samstag Morgen gab es die erste Aufregung - 2 Tänzer waren beim Tanzen umgeknickt, besonders Co-Trainer und Tänzer Hannes Fischer hatte es schlimm am Sprunggelenk erwischt. Dank der medizischen Abteilung der Anzinger konnten aber alle lädierten Tänzer an den Start gehen.

Die Vorrunde der beiden Anzinger Schülerformationen "Wild 16" und "Rockers Club" verlief hervorragend: Mit zwei fehlerfreien und dynamischen Vorträgen zogen die Wilden Sechzehn und der Rockers Club ins Finale der besten sieben Teams der Juniorenklasse ein. Nach der Vorrunde belegten sie in der Zwischenwertung Rang 3 und 4. Besonders die Nervenstärke des Rockers Club ist hervorzuheben, denn sie mussten minutenlang auf die Einspielung ihrer Musik warten. Dies war an diesem Tag nicht das einzige Mal, dass der Veranstalter Probleme mit der Anzinger Musik hatte.

Auch in der Vorrunde der Masterklasse lief es bei den Anzinger sehr rund. Die "Eyecatchers" brachten trotz kurzfristiger Besetzungsprobleme und wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten eine fehlerfreie Leistung auf das Parkett und verpassten mit Platz 8 den Einzug ins Finale der besten Sieben nur knapp. Aufgrund der Ausgangsbedingungen war Trainer Markus Fischer damit auch äußerst zufrieden. Das Anzinger Rock´n´Roll DreamTeam tanzte - wie gewohnt - eine souveräne Vorrunde, obwohl Katrin Adlberger nach erfolgreich überstandener Knie-OP noch nicht eingesetzt werden konnte. Sie wurde von Routinier Lauretta Kölbl-Klein, die kurzfristig eingesprungen war, hundertprozentig vertreten. Das DreamTeam zog als beste Mannschaft der Vorrunde ins Finale ein. Die Dream Stars machten es dem DreamTeam gleich: Mit einer sehr guten tänzerischen Leistung und sehr synchronen und schwierigen Akrobatikelementen rückten die Stars mit dem 3. Rang in der Vorrunde ins Finale vor.

Den Auftakt im Finale der Schülerklasse machte der Rockers Club. Die Aufregung, zum ersten Mal in einem Finale zu stehen, machte sich bei den Kids etwas bemerkbar: Sie tanzten zwar genauso gut wie in der Vorrunde, aber es schlichen sich zwei kleine Fehler ein. Dennoch ist der 6. Platz im Finale einer DM als Riesenerfolg für diese noch sehr junge Mannschaft zu bezeichnen. Dieses stolze Fazit zogen auch die Trainer Miriam Kaser und Christopher Möhring. Die Wilden 16 wollten im Finale erneut zeigen, dass sie in Deutschland zu den Spitzenteams im Juniorenbereich gehören und das gelang ihnen auch. Gegenüber der Vorrunde konnten sie ihren sehr guten Vortrag sogar noch leicht steigern. Fast hätten sie zum ersten Mal einen Treppchenplatz erreicht, aber auch der 4. Rang hinter den arrivierten Teams aus Iserlohn, Eggenfelden und Worms machte Eltern und Trainerin Tini Jana-Obermeier überglücklich. Beide Schülermannschaften heben für die im nächsten Jahr vom SVA ausgerichtete Weltmeisterschaft einen großen Motivationsschub erhalten.

Das Finale der Masterklasse bot für Anzing zweierlei Gefühle: Tragödie und Triumph. Nach der Vorrunde hatte die Turnierleitung entdeckt, dass eine Tänzerin der Dream Stars, Anna Heinrich, aufgrund bestehender nationaler Altersregelungen nicht befugt ist, Akrobatik der höchsten Schwierigkeitsgrades zu tanzen. Die Anzinger Verantwortlichen hatten das übersehen, weil die Mannschaft schon das dritte Turnier in dieser Besetzung bestritten hat und noch nie beanstandet wurde, und weil nach dem internationalen Reglement eine andere Regelung besteht, die keine Beanstandung ergeben hätte. So hat die Mannschaft Deutschland mit einem 9. Platz bei der WM im Mai in Prag erfolgreich vertreten. So erhielten die jungen Dream Stars statt einem sportlich gerechtfertigten 3. oder 4. Platz wegen regel bedingten Punktabzügen den 7. Finalplatz. Es flossen bittere Tränen und die Enttäuschung war riesengroß. Manch einer stellte sich die Frage, warum man von offizieller Seite zwar die Wertungsrichter aber nicht die Anzinger auf diesen Regelverstoß v o r dem Finale hingewiesen hat, so dass man die beanstandeten Akrobatiken noch hätte ersetzen können.

Dass Anzing seit fast einem Jahrzehnt im Formationssport ganz oben steht, zeigte das Rock´n´Roll DreamTeam mit seiner neuen Choreografie "Dream Team Rodeo". Schon beim Einzug der Rodeo-Cowboys und Cowgirls kochte die Rattenfängerhalle. Die Vorstellung bewies eindrucksvoll, dass das DreamTeam hier nicht nur nationale sondern auch internationale Spitzenklasse repräsentierte. Gegenüber der Vorrunde stockte das Team seinen Akrobatikvortrag nochmals deutlich auf und packte 3 Doppelsaltos ins Programm - ohne dass dadurch die tänzerische Leistung oder die Show reduziert wurde. Zu den beiden "Doppelsalto-Expertinnen" Miriam Kaser und Christine Kopetz gesellte sich kurzfristig aber gerade im richtigen Moment noch Brigitte Jungherz, die diesen Part nervenstark für die verletzte Katrin Adlberger übernommen hatte. Nach der WM in Prag konnte das DreamTeam damit schon zum zweiten Mal das anspruchsvollste Programm in der Vereinsgeschichte zeigen. Auch beim Siegertanz tobte die Halle noch einmal los und alle sangen mit " .... take me home country roads....".

Wer den Anzinger Wilden Westen live erleben will, der hat dazu am 7.11. um 20.15 Uhr Gelegenheit: Dann tanzt das DreamTeam im SWR3 bei der Welttanzgala in Baden-Baden.